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Text von Sonntag, 10. Dezember 2006

> s o z i a l e s<
 
 

 Aasgeier: Werbewoche für Organspenden 
 Marburg * (sts)
"Wir wollen, dass sich die Menschen zu Lebzeiten mit dem Thema Organspende beschäftigen und für sich eine Entscheidung darüber treffen", sagte Dr. Dietmar Mauer als Vertreter der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Diesem Ziel hat sich auch der Landkreis Marburg-Biedenkopf verschrieben. Am Montag (10. September) startete im Kaufhaus Ahrens die Aufklärungsaktion "Organspende schenkt Leben".
An einem Informationsstand im Untergeschoss können sich Kunden bis Samstag (15. September) täglich von 11 bis 19 Uhr über das Thema informieren und einen Organspende-Ausweis ausfüllen.
"75 Prozent aller Angehörigen kennen nicht die Einstellung des Verstorbenen zur Frage der Organspende", berichtete Staatsminister Stefan Grüttner. Der Organspende-Ausweis schaffe daher vor allem Klarheit. Auf dem Dokument kann der Betreffende sowohl die Entnahme bestimmter Organe ablehnen, als auch ein generelles "Nein" zur Organspende zum Ausdruck bringen. In jedem Fall werden Angehörigen und Ärzten im Todesfall die schwerwiegenden Entscheidungen abgenommen.
Das Land Hessen habe in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, um eine "Bewusstseinsbildung für die Organspende" zu schaffen, berichtete Grüttner weiter. Geplant sei, künftig den Antrag auf einen Organspende-Ausweis gemeinsam mit dem Autoführerschein auszugeben.
"Die größte Hürde der Organspende ist die Beschäftigung mit dem eigenen Tod. Wir wollen, dass sich die Menschen damit auseinandersetzen", forderte Grüttner.
Die Kampagne zeichnet durchaus erste Erfolge: Die Zahl der gespendeten Organe stieg im ersten Halbjahr 2007 in Hessen um über 40 Prozent.
Als neuer potentieller Organspender erhielt auch Kaufhaus-Inhaber Peter Ahrens einen entsprechenden Ausweis: "Wir verstehen uns nicht nur als reines Warenhaus, sondern auch als ein sozialer Mittelpunkt in der Stadt. Daher unterstützen wir die Aktionswoche gerne."
In einem Quiz zum Thema Organspende können Kunden unter anderem zehn Einkaufsgutscheine im Wert von je 40 Euro gewinnen.
"Ich habe schon seit den 70er Jahren einen Organspende-Ausweis", sagte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). Nichtsdestotrotz ersetzte auch das Stadtoberhaupt am Informationsstand sein veraltetes Dokument durch ein Neues.
"Organspende ist eine Frage der Solidarität und hilft Menschenleben zu retten. Die Aktionswoche soll auch dazu dienen, bestehende Vorurteile hinsichtlich dieses Themas abzubauen", sagte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern.
In Deutschland warten rund 12.000 Menschen auf ein Spender-Organ. Jeden Tag sterben drei von ihnen, da kein passendes Organ gefunden werden konnte.
Die Aktionswoche soll ein kleines Puzzlestück sein, um dieser Situation Abhilfe zu verschaffen. In diesem Rahmen findet am Donnerstag (13. September) um 18 Uhr im Ahrens-Restaurant ein Vortrags- und Diskussionsabend zum Thema Organspende statt.
 
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