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Text von Freitag, 30. November 2007

> b i l d u n g<
 
 

 Verantwortet: Neues Hochsicherheitslabor 
 Marburg * (fjh/pm)
Vergleichbare Einrichtungen gibt es in Europa nur in Lyon und Stockholm. Mit der Fertigstellung und Übergabe des ersten deutschen Hochsicherheitslabors am Mittwoch (5. Dezember) wird die Philipps-Universität auf nationaler wie auf internationaler Ebene ihre Forschung ausbauen können.
Das Forschungsfeld der Virologie hat in Marburg seit Emil von Behring eine große Tradition. Die mit den Arbeiten des ersten Nobelpreisträgers für Medizin begonnenen bio-wissenschaftlichen Forschungserfolge werden nun auch für die Zukunft sichergestellt: Das BSL4-Labor wird ein Meilenstein zur Erforschung von Pandemien.
Bereits Mitte des Jahres 2007 wurde das Gebäude fertiggestellt. Seitdem sind umfangreiche Sicherheitstests gelaufen.
Die Labore erstrecken sich auf etwa 285 Quadratmeter. Die Gesamtfläche beträgt 663 Quadratmeter.
Zu den Baukosten von 11,4 Millionen Euro werden jährlich ungefähr 500.000 Euro für die Betriebskosten hinzukommen. Ein Großteil davon geht in die konstante Überprüfung der Sicherheit.
Das fünfgeschossige Gebäude auf einer Grundfläche von etwa 20 mal 20 Metern beherbergt in der Mitte das eigentliche Labor. Umgeben ist es von vier Stockwerken für Versorgungs- und Entsorgungstechnik.
Mitte Dezember soll der sogenannte "heiße Betrieb" aufgenommen werden. Dann beginnt die Arbeit mit den hochgefährlichen Viren Ebola, Lassa, SARS und Marburg-Virus. Die Genehmigung zum Betrieb liegt seit Mai 2006 vor.
Das Labor besitzt zwei unabhängige identische Laborbereiche, deren Technik redundant ausgelegt ist und jeweils beide Laborbereiche versorgen kann. Sukzessive werden hier bis zu 14 Mitarbeiter Zugang zum BSL4-Labor erhalten. Insgesamt können vier Mitarbeiter gleichzeitig arbeiten.
Pünktlich zur Übergabe des Labors hat der neue Geschäftsführende Direktor des Instituts für Virologie, Prof. Dr. Stephan Becker, am Samstag (1. Dezember) seine Arbeit in Marburg aufgenommen. Die Kommissarische Leitung des Instituts hatte bis dahin Prof. Hans-Dieter Klenk inne, der emeritiert wird.
Für die Philipps-Universität bildet die Fertigstellung des Labors den Abschluss des zweiten Bauabschnitts auf den Lahnbergen, der mit dem Neubau der Zentralen Medizinischen Bibliothek, des Biomedizinischen Forschungsgebäudes, des Mutter-Kind-Zentrums sowie des Neubaus für die Virologie, die Immunologie und die Mikrobiologie begonnen wurde. Mit der Übergabe des ersten Hochsicherheitslabors in Deutschland sind die räumlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Marburg weiterhin Kristallisationspunkt biomedizinischer Forschung bleibt.
 
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